Graf Dracula

Vlad Tepes Draculea
Draculas eigentlicher Name lautete Vlad Basarab, genannt wurde der Woiwode der Walachei aber nur Vlad Tepes (Vlad der Pfähler) oder Draculea (Sohn des Dracul [Dracul wird abgeleitet vom lateinischen Wort Draco = Drache]). Im Volksmund erfuhr sein Beiname Draculea bald einen Bedeutungswandel - aus Draco, dem Drachen wurde Dracu, der Teufel. Aus Draculea - Sohn des Drachen, wurde also Draculea - Sohn des Teufels!

Geboren wurde er wohl 1431 in Sighisoara (Schäßburg) in Transsilvanien (Siebenbürgen) als zweiter Sohn des walachischen Bojaren Vlad Dracul, der seinen Beinamen gerade erst erhalten hatte (Sein Vater war Mitglied des Drachenordens, der sich dem Kampf gegen die Türken verschrieben hatte), von dort auch der Beiname Dracul. Graf Dracula ist mit den Hunnen verwandt. Er selbst war ein Zeclar. Das sind ungarische Werbauern, die Jahrhunderte lang die Karpatengrenze gegen Einfälle aus der Walachei bewachten.

Er wurde im Kloster in Konstantinopel erzogen.
In Schäßburg lebte Vlad Dracul im Exil; erst 1435 gelang es ihm, Alexander, den Woiwoden der Walachei, zu stürzen und als Vlad II. Dracul den Thron zu besteigen.
Die Walachei war Spielball zwischen Türken und Ungarn; durch eine geschickte Schaukelpolitik konnte Vlad Dracul 12 Jahre lang, sich die Herrschaft und seinem Land die Unabhängigkeit bewahren.
1441 gab er seine zwei jüngeren Söhne als Geiseln an den Hof des türkischen Sultans; dort lernte der junge Vlad die Grausamkeit als Mittel der Politik kennen und lieben. Damit wollte sich Murad die Treue von Vlads Vater, dem Fürsten Vlad II, zum osmanischen Reich sichern, da die Türken 1437, beim Versuch Ungarn zu unterwerfen, von dem Magyaren Johann Hunyadi geschlagen worden waren und 1410 die Throne Ungarns und Polens, in der Person König Wladislaws I von Ungarn und König Wladislaw IV von Polen, vereinigt wurden.
1447 wurden Vlad Dracul und sein ältester Sohn Mircea von den Ungarn gefangen genommen und enthauptet. Ein ungarntreuer Woiwode folgte.
1448 gelang es Vlad Draculea als Vlad III., mit türkischer Unterstützung den walachischen Thron zu erobern((Bukarest = Hauptstadt der Walachei)
Vlad unterliegt, Ende 1448, in einer Schlacht mit den walachischen Bojaren (=Großgrundbesitzer/Edelleute in "rumänischen" Fürstentümern), die Vlads Anspruch auf den Thron seines Vaters Vlad II nicht anerkennen wollten und flieht in die Karpaten, um sich dort zu verstecken.
Vlads Bruder Radu wird 1449 mit der Unterstützung Ungarns Woiwode der Walachei. Er nennt sich nun Vlad III.

Es folgten unruhige Wanderjahre, ehe Vlad 1456 mit Unterstützung der Ungarn und der Siebenbürger Sachsen den Thron eroberte. In den 6 Jahren seiner Herrschaft erwarb er sich einen Ruf als extrem grausamer Fürst: Er ließ Gesandten die Hüte am Kopf festnageln, Zigtausende von Leuten pfählen (auf die grausame, langsame orientalische Weise mit eingefettetem, abgerundetem Pfahl im After), trank das Blut seiner Opfer, tötete mindestens eine seiner Frauen und eine Mätresse, »beseitigte« die Armut, indem er die Armen verbrannte, und zwang die Zigeuner zum Kriegsdienst, indem er sie vor die Wahl stellte, gegen die Türken zu kämpfen oder ihre eigenen Kinder zu verspeisen. Vlad nennt sich nun Vlad IV und seine Schreckensherrschaft über die Walachei beginnt! Im Laufe seiner Regierung wendet er sich von dem Osmanischen Reich ab.

Walachei und Moldau waren in ständige Kleinkriege mit den Türken verwickelt. Das ungarisch dominierte Siebenbürgen konnte sich durch eine geschickte Schaukelpolitik und Tributzahlungen über die Jahrhunderte eine gewisse Unabhängigkeit bewahren. Der zum Fürsten gewordene Vlad Tepes fiel aus der Walachei immer wieder in das Reich Siebenbürgen ein und sorgte für Unruhe. Herrschaft durch Schrecken war Tepes' Devise, und er brachte es darin zu einer selten wieder erreichten Perfektion. Im Herbst 1460 Aussöhnung und ein antitürkisches Geheimbündnis zwischen Vlad und dem ungarischen König Mathias Corvinus. Vlad Tepes war ein Meister dreier Künste: der diplomatischen, der militärischen und der des Pfählens.
Letzteres betrieb er mit Leidenschaft und diese Kunst hat ihn auch berühmt gemacht. Wer auch immer ihm widersprach, dem drohte wie auch allen Kriegsgefangenen der Pfahl. Sein größter Genuss war die Mahlzeit unter den Gepfählten. Jeder, der sich über den Leichengeruch beschwerte, wurde am höchsten Pfahl aufgespießt: weil dort oben die Luft besser sei. Er ersann auch besondere Maschinen für das Zerstückeln, Braten und Sieden lebender Menschen.

Vom Winter 1461- Sommer 1462 führte die Walachei Krieg gegen das türkische Reich unter Sultan Mehmet II. (Mehmet musste erfolglos zurückkehren). Mehmet, der Eroberer soll mit seinem Heer bei der walachischen Hauptstadt Tirgoviste eine halbe Stunde lang an 20.000 gespießten Türken und Bulgaren vorbeimarschiert sein.
1462 wurde Vlad durch eine Intrige der Sachsenstädte gestürzt und für 10 Jahre in Budapest und der am Donauknie gelegenen Burg Visegrad eingekerkert. Er konvertierte zum Katholizismus, um eine Verwandte des ungarischen Königs heiraten zu können, und soll in der Gefangenschaft Mäuse und Vögel gepfählt haben. 1476 wurde er wieder zum Woiwoden ernannt und die Walachei ein letztes Mal zum Bollwerk gegen die Türken.
Vlad wollte den ganzen Balkan von der türkischen Herrschaft befreien, bekam aber nicht die versprochene Hilfe des ungarischen Königs. Mathias Corvinus wurde das wackelnde Temperament des Fürsten zuviel. Er war kein berechenbarer Bundesgenosse im Kampf gegen die Türken. Die Diplomatie des Rennaissance-Königs wollte Ruhe an der Grenze zum osmanischen Reich.
Als Sultan Mohammed II mit seiner Armee in die Walachei einmarschiert, gab es längs der Straßen und an jedem Kreuzweg gepfählte Leichen. Leichen quollen auch förmlich aus Vlads Palast und überall standen Körbe voll abgetrennter Gliedmaßen und Köpfe. Der Sultan marschierte in die Walachei ein, weil Vlad sich weigerte weiterhin Tribut an das Osmanische Reich zu zahlen. Es kam zu einer Schlacht in der Nähe von Bukarest in deren Verlauf Vlad getötet wurde.
Sein Körper wurde in einem Kloster auf einer Insel bei Bukarest beigesetzt. Sein Kopf, der ihm abgeschlagen wurde, wird in Honig konserviert und dem osmanischen Sultan überreicht. Dieser lässt ihn an einer Stege befestigen und zur Schau stellen.
Die Schreckensherrschaft von Vlad IV Tepes Draculea, Woiwode der Walachei ist vorbei.

Seine Grabinsel befindet sich in der Nähe von Buda. Als man das Grab in diesem Jahrhundert öffnete, war es allerdings leer.


Erst im Frühjahr 1998 wurde in St. Gallen (Schweiz) eine mehr als 500 Jahre alte Handschrift entdeckt, in der über den erzwungenen Verzehr gebratener Menschen berichtet wird. In dem zwischen 1460 und 1470 verfassten Text schildern zwei Mönche, wie Tepes 300 Sinti und Roma festnehmen ließ, um drei von ihnen am Spieß zu braten. Die übrigen hätten diese dann essen müssen.

Baron des Schmerzes
Blutgräfin
Marquis de Sade
Rasputin
Nostradamus