Baron des Schmerzes

Gilles de Rais
Gilles de Rais (1404 - 1440) der auch Gilles de Laval, Baron de Rais genannt, wurde war Marschall von Frankreich und Held des 100 jährigen Krieges. Er kämpfte an der Seite von Johanna von Orléans (Jeanne d'Arc) gegen England.
Der vermögende Baron war bereits 1425 eine feste Größe am Hofe Karls VII. Während die Briten große Teile Frankreichs eroberten, half Gilles de Rais dem Monarchen sein Gesicht und seine Macht zu wahren, indem er Geld stiftete und auf eigene Kosten Truppen aushob, an deren Spitze er die Städte Anjou und Maine erfolgreich gegen die Engländer verteidigte.
Als Gefährte der Johanna von Orleans tat sich Gilles de Rais bei nahezu allen spektakulären Schlachten hervor. Der "brave und kühne Hauptmann", wie ihn zeitgenössische Chroniken beschreiben, dem man eine Vorliebe für das Aufhängen kriegsgefangener Engländer nachsagte, erhielt für seine Tapferkeit vom König den Titel »Marschall von Frankreich«. Er zeichnete sich durch einen rückhaltlosen Einsatz aus. In historischen Dokumenten wird dies immer wieder hervorgehoben: "Gilles vollbrachte zu seiner Zeit große Heldentaten", er schlug sich besonders "kühn und tapfer", vor allem in der entscheidenden Schlacht gegen das englische Heer am 7. Mai 1429 bei der Festung Les Tourelles.
Später jedoch wandelte sich sein Verhältnis zum König, als Johanna gefangengenommen und an die Engländer verkauft wurde. Er versuchte vergebens den König zu einer Befreiung von ihr zu überreden.
Als Johanna schließlich 1431 verbrannt wird, verlässt ihn der Glaube an den König und auch an Gott.
Man konnte ihm während seines Prozesses 140 Morde nachweisen, allerdings schätzt man, dass es mindestens 400 waren.

Sein erstes Opfer war ein Knabe.
Er erwürgte das Kind und schlug ihm die Hände ab. Dann riss er dem Knaben das Herz und die Augen heraus. Das Blut bewahrte er auf, um damit okkultistische Texte zu verfassen.
Fortan beauftragte er seine Vertrauten mit der Aufgabe, Kinder zu entführen. Und die Entführungsfälle nahmen ungeheure Ausmaße an. Wenn de Rais mit seinem Gefolge von seiner Festung Tiffauges nach Schloss Camptoce oder zum Kastell von La Suze reiste, fehlten im entsprechenden Gebiet am nächsten Tag unzählige Kinder. Er vergewaltigte seine Opfer, schlitzte sie dann auf und wühlte in den Eingeweiden.
Wie bei vielen Serienmördern erlebten die Taten des Barons mit der Zeit eine Steigerung. Es reichte ihm schon bald nicht mehr seine Opfer zu töten, er trieb immer mehr nekrophile Spiele mit ihnen. So wird berichtet, dass er die abgeschlagenen Köpfe der Kinder schminken und Aufspießen ließ, um den schönsten davon zu erwählen. Außerdem neigte er dazu die Leichen zu zerstückeln um sie dann wieder zu vergewaltigen.

1435, mitten in seinen orgiastischen Massenmorden, beschloss de Rais die Gründung einer prachtvollen Stiftskirche in Machecoul, ausgerechnet "zum Gedenken an die unschuldigen Kinder von Bethlehem, zum Heil und zur Errettung seiner Seele".
Ob dies reuevollen Anwandlungen oder einem grenzenlosen Zynismus entsprungen ist, muss dahingestellt bleiben. Jedenfalls stattete de Rais diese Kirche nicht nur mit ungeheurem Pomp aus, sondern unterhielt ein wahres Heer von Geistlichen. Offensichtlich erkaufte sich de Rais mit unmäßigen Einkäufen, Ausstattungen und Ausbauten das Schweigen der Handwerker der Umgebung und umgab sich auf Festen, Feiern und Gelagen mit "nichtsnutzigem Volk".

Ab 1435 ging sein Vermögen allmählich zu Ende. Notpfändungen wurden zur Tagesordnung. Seine Erben machen eine Eingabe bei Papst Eugen IV., der die Errichtung der Stiftskirche daraufhin nicht sanktionierte.
Gilles verlegte sich ab 1337 wieder ganz auf den Raub als Einnahmequelle
Jean de Malestroit, dem Bischof von Nantes, nahm heimlich Ermittlungen gegen den Baron und Marschall Frankreichs auf, hatte jedoch keine rechtliche Handhabe gegen den Mörder vorzugehen.
Nachdem Gilles de Rais wegen der Entführung eines Großgrundbesitzers beim König in Ungnade fallen war, wurden von den kirchlichen Kommissären auch Aussagen zu seinen Untaten aus der Bevölkerung zusammengetragen.
De Rais selber, verschanzte sich in einer seiner Burgen und war eifrig damit bemüht die Leichen und Skelette zu entfernen, die sich überall in seiner Burg befanden. Sein Herzog und Bischof jedoch machten die Festung sturmreif und überwältigten de Rais.
Die ab September 1440 begonnenen ernsthaften Untersuchungen förderten Asche von Leichen und Wäschestücke zutage. Der Bischof beauftragte einen Inquisitor, die Ermittlungen weiter zu treiben. Am 8. Oktober 1440 wurde de Rais förmlich des Massenmordes angeklagt, aber auch der "Dämonenbeschwörung und Ketzerei", Sodomie und Häresie. Mehrere Inquisitoren untersuchten den Fall.
Am 15. Oktober gestand de Rais vor Gericht, angeblich "aus freien Stücken". Er bat bald darum, alles sagen zu dürfen, um einer inquisitorischen Befragungsmethode dieser Zeit, der "peinlichen Befragung" zu entgehen. Im Nebenzimmer lagen bei seinen Geständnissen die Folterwerkzeuge stets bereit. Doch de Rais redete ohne Unterlas, vielleicht sogar erleichtert.
Wehleidig und in beispielloser Weise zynisch und bigott, verlangte er zum Schluss, vor seiner Hinrichtung, dass er öffentlich, "in gemeiner Sprache" - damit auch das Volk verstehen konnte - vernommen werde, "zur Ermahnung aller Familienväter, dass sie wachen über ihre Kinder". Seine Schilderungen erschienen den Zuhörern allerdings dann allzu "genüsslich".
Am 26. Oktober 1440 wurde de Rais in Biesse gehenkt. Sein Körper wurde anschließend verbrannt
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Nostradamus
Rasputin