Nostradamus

Michel de Notre-Dame
Nostradamus, eigentlich Michel de Notre-Dame, wurde am 14. Dezember 1503 in Saint-Rémy (Südfrankreich) geboren. Spross einer alteingesessenen jüdischen Gelehrtenfamilie. Sein Vater, Jacques, konvertierte 1501 gezwungenermaßen zum Katholizismus und wurde in einer Kirche namens "Nostradame" getauft. Jacques de Nostradame (vormals Astruc) war seines Zeichens Notar in Saint-Rémy-de-Provence. Mutter: Renée de Saint-Rémy.
Bis 1518 erhält der begabte Michel u.a. von seinem Großvater mütterlicherseits Unterweisungen in alten Sprachen und anderen Künsten. Es wird berichtet, dass er sich schon früh sehr stark für die Sternenkunde begeistert habe.
Nach dem Tod des Großvaters 1519 zieht Michel zu seiner Tante nach Avignon, wo er die "Sieben freien Künste" studiert (Grammatik, Rhetorik, Logik; Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie).
Er studiert von 1522 bis 1525 Medizin in Montpellier, wo er im Jahr 1529, nach Wiederaufnahme des Studiums, in Medizin promovierte.
1525 ließ er sich als Arzt nieder. Er praktizierte in Toulouse, Marseille, Aix en Provence, Lyon, Agen und Salon.
Nostradame führt ein zunächst erfolgreiches und glückliches Leben in Agen. Heirat und Kinder. Seine kleine Familie fällt aber bald einer Epidemie zum Opfer.
Dann gibt es juristische Probleme mit der Familie seiner verstorbenen Frau, die die Mitgift zurückverlangt.
Seit 1534 auch Probleme mit der Kirche, u.a. weil Nostradame die "Bilderverehrung" im sakralen Raum kritisiert. 1538 kommt der Befehl aus Toulouse, vor der Inquisition zu erscheinen, den Nostradame aber ignoriert.
Nostradame bricht alle Bindungen zu Agen ab und geht wieder auf Wanderschaft. Die genaue Route ist nicht bekannt (Frankreich, Italien u.a.). Legenden und Mutmaßungen über Nostradame gedeihen oft in dieser Zeit.
In Marseille kämpft Nostradame 1544 gegen die Pest.
1548 geht Nostradame nach Salon-de-Provence, wo sein Bruder Magistrat ist. Er heiratet die begüterte Witwe Anne Ponsarde Gemelle.
Er arbeitet als Arzt in Salon-de-Provence, wo er v.a. von den gehobeneren Schichten akzeptiert wird. Probleme mit dem einfachen Volk, das in ihm primär einen Juden, Hugenottensympathisanten oder gar Teufelsanhänger sieht.
Nostradamus wandte neuere Behandlungsmethoden an und seine Heilerfolge bei schwerkranken Patienten brachten ihm den Ruf eines außergewöhnlich begabten Heilers ein.
Etwa 1550 ließ sich Nostradamus in Salon-de-Provence nieder, wo er begann, seine Prophezeiungen niederzuschreiben. Seine Prophezeiungen, die »Centuries«, die er in den Jahren 1555 bis 1558 in gereimten Vierzeilern verfasste, erregten durch ihre dunkle und geheimnisvolle Sprache in einer der Astrologie aufgeschlossenen Zeit großes Aufsehen. Sein Ruf als begnadeter Seher verschaffte ihm auch Zugang zum französischen Königshof.
Die französische Königin Catherina von Medici bat ihn, die Horoskope von ihrem Gemahl, König Heinrich II., dessen unerwarteten Tod man später in den Prophezeiungen vorhergesagt finden wollte, und ihren Kindern zu erstellen. Am 10. Juli 1559 stirbt König Heinrich II. an den Folgen eines Turnierunfalls. Viele glauben irrtümlich, dass Nostradamus diesen Tod in den Zenturien prophezeit habe. In den Vorstädten von Paris fordern die Massen die Kirche auf, Nostradamus zu beseitigen. Nostradamus' Ruhm nimmt dennoch weiter zu.
Die königliche Gunst schützte ihn vor allen Anfechtungen, denen er sich neben aller Bewunderung auch ausgesetzt sah. Catherina zählte zu seinen Verehrerinnen und beschenkte ihn reich.
König Karl IX. ernannte ihn 1560 zu seinem Leibarzt und unterstellte ihn seinem ausdrücklichen Schutz. Seine Prophezeiungen wirken mit zahlreichen späteren Fälschungen, die in seinem Namen verbreitet wurden, in unterschiedlicher Intensität bis in unser Jahrhundert fort, wurden daneben freilich auch immer entschieden bekämpft. Im Jahr 1781 verbot Rom ihre Verbreitung.
Nostradamus starb schließlich, an Gicht erkrankt, am 2. Juli 1566 in Salon (Provence).
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